Dienstag, 30. September 2014

Nicole. Der Flugzeugträger 1

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Nehmen wir einen Flugzeugträger. Wir sind ihm schon als Form einer Wolke, als Nicole begegnet. Hier sprechen wir aber von einem richtigen Flugzeugträger. Es sind riesige komplexe Gebilde. Es sind die grössten Schiffe die je im Dienste der Nationen die Weltmeere durchkreuzt haben. Nehmen wir an unser Schiff sei ein Flugzeugträger der Nimitz-Klasse, der derzeit mächtigsten, modernsten Trägerschiffe der Ozeane. Der Einfachheit halber können wir diesen Flugzeugträger Nicole nennen. Wir sind Nicole schon am Himmel als Wolke begegnet. Normalerweise werden Flugzeugträger nach Generälen, Admirälen oder Präsidenten benannt. Aber warum sollte man nicht einen Flugzeugträger nach einer Wolke benennen?

Nicole besteht aus vielen verschiedenen Komponenten oder Systemen.

Montag, 29. September 2014

Wolke 1

Der Buddha lehrt, dass die Ursache all unserer Leiden unser Unverständnis der letztendlichen Realität ist. Wir nehmen unsere Realität vornehmlich durch unsere Sinne wahr. Das heisst, wir sehen einen Stein, einen Fluss, ein Haus, einen Baum, einen Wald, Berge, Wolken und andere Menschen. Das sind für uns Realitäten. Es gibt Phänomene, die wir eher fühlen, Kälte, die Wärme der Sonne, die Hitze des Feuers, den Zug des Windes, das Gewicht der Erde und den Rausch der Geschwindigkeit. Oder emotionale Phänomene, Hoffnung, Liebe, Sehnsucht, Abneigung, Glück oder Schmerz. Oder Zeit, Raum, Energie, Ladung, Spannung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Stein und einem Baum, einem Gebirge und einer Gewitterwolke am westlichen Himmel? Der Stein ist eine willkürliche Bezeichnung für eine klumpige Basis aus Silikatmolekülen oder Kalkverbindungen oder ähnlichen chemischen Kombinationen.

Dienstag, 7. Februar 2012

Prajnaparamita 2

Natürliche Vollkommenheit der Weisheit

Das ist die letztendliche Realität aller Phänomene. Diese Realität ist die Leerheit der Phänomene. Wir sehen die Dinge und uns selbst aber nicht so. Aus irgendeinem Grund haben wir eine völlig andere Sicht. Wir denken, dass ein Objekt, das heisst ein Phänomen, zum Beispiel ein Stuhl, als Stuhl existiert, inhärent, von seiner eigenen Wirklichkeit her, eben als Stuhl. Wenn wir uns aber fragen, was genau der Stuhl eigentlich ist, werden wir Schwierigkeiten haben ihn zu finden. Es besteht zwar eine Konvention mit einer Anzahl von Leuten, dass das worauf wir sitzen ein Stuhl ist, Wenn wir den Stuhl aber genauer analysieren werden wir herausfinden dass er nicht wirklich so existiert. Der Stuhl hat keine inhärente Existenz, da er ein zusammen gesetztes Phänomen ist, das heisst, ein Ding das aus anderen Dingen besteht, den Beinen, der Sitzfläche, der Lehne. Weiter besteht er aus Holz, aus Schrauben, aus Leim. Damit nicht genug, er besteht auch aus Ecken, Rundungen, Verzierungen, Design, aus Vorderseite und Rückseite. Das Holz aus dem der Stuhl geschreinert wurde, stand vor kurzem als stolzer Baum im Wald als Unterkunft für Vögel, Eihörnchen und Käfer. Bald wird er als Stuhl nichts mehr taugen, er wird zu Brennholz und sein gebundenes CO2 wird frei gesetzt.

Sonntag, 15. Januar 2012

Erleuchtete Konzepte

Letztehin sind wir über einen seltsamen Begriff gestolpert, oder vielmehr eine Freundin von mir, eine versierte Buddhistin, hat sich an diesem Begriff gestossen. Den Begriff „erleuchtete Konzepte“ habe ich gebastelt. Ich meinte damit, das Konzept einer Meditationsgottheit, wie es ein tibetischer Meister visionär beschreibt, mit den entsprechenden Einweihungen und Sadhanas, welche der Verehrung dieser Gottheiten dienen. Im speziellen bezog ich mich auf den Meister Pawo Dorje Umapa, den Lehrer und Freund von Je Tsongkhapa. Dieser Gelehrte, der ein Verehrer des Manjushri war, schuf einen Zyklus von Einweihungen, den „Zyklus des Manjushri“. Es heisst, er erhielt diese Einweihungen von Manjushri selbst, mit dem er sich direkt unterhalten konnte. Meister Umapa beschrieb diese Gottheitverehrungen nicht in allen Einzelheiten, das taten spätere Meister, er stellte sie eigentlich nur als Konzepte vor, als „erleuchtete Konzepte“.

Freitag, 9. September 2011

Bodhicitta 2: Wie lauteres Gold

Das Wesen, das einst Buddha Shakyamuni, der Buddha unserer Zeit werden sollte, war unterdessen wohl ein Meditationsmeister geworden. Auf dem Pfad der Ansammlung ist es die Hauptaufgabe, ein heilsames Potenzial aufzubauen. Unsere Sicht der Realität ist getrübt von den Resultaten unserer unheilsamen Handlungen in früheren Leben. Unser ganzes Sein, unsere Aggregate, unser Körper, Geist, Gefühle, unser Unterscheidungsvermögen und unser bedingtes Tun, ist geprägt von diesen groben Taten der Vergangenheit die zu Leiden führen. Es verzerrt unsere Sicht der Realität und wir begehen unweigerlich weitere unheilsame Handlungen, die immer und immer wieder zu anhaltendem Leiden führen. Wenn wir mit unserem Karma nicht zufrieden sind, müssen wir unser Verhalten ändern. Wir müssen gute Menschen werden, dann werden die Resultate unserer Handlungen zufrieden stellend sein.

Bodhicitta 1: Wie die Erde

Einst war der Buddha ein Mensch der in einer Welt wie der unserigen lebte, einer Welt in einer anderen Zeit, einem anderen Weltsystem, das vielleicht schon vor vielen Äonen unter gegangen ist. Er war ein Mensch, wie die meissten von uns. Vielleicht führte er unten an der Strasse einen Reformkostladen und besuchte einmal in der Woche, jeweils am Abend einen Meditationskurse. Viele male, unzählige male wurde er schon geboren, als Mensch, als Tier, als Dämon, in einem Bereich des unendlichen Leidens, oder als glückliches Wesen in einem Paradies. Er war eine Ente, ein Löwe, ein Hase, ein Mistkäfer, ein Fisch im Ozean, ein Blutsauger, ein Hungergeist oder gar ein Drache, ein grosser Zauberer, ein König oder ein Bettelmönch. Er weilte im Wasser, im Feuer, am Himmelszelt, auf der Spitze der Existenz und bald in der tiefsten Avici-Hölle.

Sonntag, 3. Juli 2011

Prajnaparamita 1: Das Dreifache Drehen des Rades

Als der Buddha auf Erden weilte, lehrte er den Dharma in drei wichtigen Lehrkomplexen, man spricht vom dreimaligen Drehen des Dharma-Rades (Chökor). Die erste Drehung war die erste Belehrung vor den fünf Schülern in Sarnat. Hier sprach er vor allem über die vier edlen Wahrheiten. Er erklärte, dass das Leiden allgegenwärtig und alles durchdringend ist, das ist die Wahrheit des Leidens. Dann lehrte er, dass wir dem Leiden ausgesetzt sind, weil wir nicht verstehen, wie die Phänomene um uns existieren. Das ist die Ursache des Leidens, die Wahrheit der Ursachen. Er erklärte, dass es aber möglich ist das Leiden zu überwinden, indem man die Wirklichkeit der Phänomene erkennt. Das ist die Wahrheit des Beseitigens. Schlussendlich lehrte er den Pfad, der zur Beseitigung des Leidens führt, die Wahrheit des Pfades. Diese vier Wahrheiten sind die eigentliche Basis des Buddhismus.