Freitag, 9. September 2011

Bodhicitta 2: Wie lauteres Gold

Das Wesen, das einst Buddha Shakyamuni, der Buddha unserer Zeit werden sollte, war unterdessen wohl ein Meditationsmeister geworden. Auf dem Pfad der Ansammlung ist es die Hauptaufgabe, ein heilsames Potenzial aufzubauen. Unsere Sicht der Realität ist getrübt von den Resultaten unserer unheilsamen Handlungen in früheren Leben. Unser ganzes Sein, unsere Aggregate, unser Körper, Geist, Gefühle, unser Unterscheidungsvermögen und unser bedingtes Tun, ist geprägt von diesen groben Taten der Vergangenheit die zu Leiden führen. Es verzerrt unsere Sicht der Realität und wir begehen unweigerlich weitere unheilsame Handlungen, die immer und immer wieder zu anhaltendem Leiden führen. Wenn wir mit unserem Karma nicht zufrieden sind, müssen wir unser Verhalten ändern. Wir müssen gute Menschen werden, dann werden die Resultate unserer Handlungen zufrieden stellend sein.

Es ist wie das Umwandeln minderer Substanzen in lauteres Gold. Nachdem das Wesen, das dereinst der Buddha werden würde, den wünschenden, strebenden Geist der Erleuchtung erzeugt hatte, übte es sich jetzt in den Vervollkommnungen (Paramitas). So dachte es beim Gaben darbringen darüber nach, dass das Geben, die Gabe und der Beschenkte leer waren. Desgleichen, dass das ethische Verhalten, die Moral und die Wesen zu denen es gut war, leer waren. Es dachte darüber nach, dass Geduld und die Umstände, die es plagten leer waren, dass Einsatz und Meditation, das Meditieren und alle Objekte der Meditation leer waren. Selbst die vollkommene Weisheit (Prajnaparamita) sah es als leer, ohne eigenständige Existenz, als an sich unbegreiflich und als ebenso unfassbar sah es Stumpfsinnigkeit, so steht es im Sutra beschrieben. Ein Bodhisattva übt die Paramitas auf allen Stufen des Pfades ohne Unterlass, bis zur vollkommenen Erleuchtung.

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jeder Zeit, erzeugte das Wesen, das dereinst der Buddha werden würde, den festen Gedanken der Erleuchtung, Bodhicitta. Sein Erleuchtungsgeist wurde durch das Üben der Paramitas wie lauteres Gold, das nicht verrottet, verrostet, oxydiert oder verschmutzt, das immer sauberes reines Gold bleibt bis zur Erleuchtung. So transformierte das Wesen, das einst der Buddha sein würde, auf dem mittleren Pfad der Ansammlung seinen Geist, ausgerichtet auf das grosse Ziel. Es traf auf viele Meister, Dakinis, Viras, Bodhisattvas und Buddhas, welchen es diente, die es verehrte und die seine Lehrer wurden.

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