Freitag, 9. September 2011

Bodhicitta 2: Wie lauteres Gold

Das Wesen, das einst Buddha Shakyamuni, der Buddha unserer Zeit werden sollte, war unterdessen wohl ein Meditationsmeister geworden. Auf dem Pfad der Ansammlung ist es die Hauptaufgabe, ein heilsames Potenzial aufzubauen. Unsere Sicht der Realität ist getrübt von den Resultaten unserer unheilsamen Handlungen in früheren Leben. Unser ganzes Sein, unsere Aggregate, unser Körper, Geist, Gefühle, unser Unterscheidungsvermögen und unser bedingtes Tun, ist geprägt von diesen groben Taten der Vergangenheit die zu Leiden führen. Es verzerrt unsere Sicht der Realität und wir begehen unweigerlich weitere unheilsame Handlungen, die immer und immer wieder zu anhaltendem Leiden führen. Wenn wir mit unserem Karma nicht zufrieden sind, müssen wir unser Verhalten ändern. Wir müssen gute Menschen werden, dann werden die Resultate unserer Handlungen zufrieden stellend sein.

Bodhicitta 1: Wie die Erde

Einst war der Buddha ein Mensch der in einer Welt wie der unserigen lebte, einer Welt in einer anderen Zeit, einem anderen Weltsystem, das vielleicht schon vor vielen Äonen unter gegangen ist. Er war ein Mensch, wie die meissten von uns. Vielleicht führte er unten an der Strasse einen Reformkostladen und besuchte einmal in der Woche, jeweils am Abend einen Meditationskurse. Viele male, unzählige male wurde er schon geboren, als Mensch, als Tier, als Dämon, in einem Bereich des unendlichen Leidens, oder als glückliches Wesen in einem Paradies. Er war eine Ente, ein Löwe, ein Hase, ein Mistkäfer, ein Fisch im Ozean, ein Blutsauger, ein Hungergeist oder gar ein Drache, ein grosser Zauberer, ein König oder ein Bettelmönch. Er weilte im Wasser, im Feuer, am Himmelszelt, auf der Spitze der Existenz und bald in der tiefsten Avici-Hölle.