Der Buddha lehrt, dass die Ursache all unserer Leiden unser Unverständnis der letztendlichen Realität ist. Wir nehmen unsere Realität vornehmlich durch unsere Sinne wahr. Das heisst, wir sehen einen Stein, einen Fluss, ein Haus, einen Baum, einen Wald, Berge, Wolken und andere Menschen. Das sind für uns Realitäten. Es gibt Phänomene, die wir eher fühlen, Kälte, die Wärme der Sonne, die Hitze des Feuers, den Zug des Windes, das Gewicht der Erde und den Rausch der Geschwindigkeit. Oder emotionale Phänomene, Hoffnung, Liebe, Sehnsucht, Abneigung, Glück oder Schmerz. Oder Zeit, Raum, Energie, Ladung, Spannung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Stein und einem Baum, einem Gebirge und einer Gewitterwolke am westlichen Himmel? Der Stein ist eine willkürliche Bezeichnung für eine klumpige Basis aus Silikatmolekülen oder Kalkverbindungen oder ähnlichen chemischen Kombinationen.
Der Baum ist die Bezeichnung für eine Ansammlung verschiedenartiger organischer Moleküle. Den Stein kann man in der Regel sehen, spüren und betasten. Man kann ihn riechen und stellt vielleicht fest, dass er geruchlos ist.
Die Bezeichnung Baum ist etwas unpräzise. Es gibt Datenbäume, Entscheidungsbäume, Stammbäume und Schlagbäume. Aber bleiben wir bei den biologischen Bäumen, wie sie im Wald wachsen. Wenn wir hier verschieden Arten bezeichnen, richtet sich das nach gemeinsamen Merkmalen. Das ergibt verschiedene Familien, Arten und Gattungen. Jede hat einen eigenen Namen. Man könnte auch jedem Baum einen eigenen Namen geben. Unabhängig von seiner Gruppe oder Gattung. Den Baum direkt vor dem Haus könnte man Max nennen. Den grossen Kirschbaum oben vor dem Hang nennen wir unabhängig von seinen Früchten, Hugo, die drei Bäume entlang der Strasse, Melchior, August und Monika. Das ergäbe eine direkt Bezeichnung der Bäume und eine direkte Beziehung zu ihnen. Wir sitzen dann im Schatten von Max, geniessen die Früchte von Hugo und Monika entlässt uns auf den Weg. Melchior wird eines Tages umgeschlagen, in Bretter zersägt und daraus baut jemand eine Ruhebank. Wenn man nun im Schatten von Max sitzt, erinnert man sich schnell nicht mehr an Melchior. Für dessen neue Anordnung seiner Teile gibt es bereits eine neue Bezeichnung. Das ist eine Bank. Das ist wieder eine sehr ungenaue Bezeichnung, denn eine Bank kann verschiedene Phänomene bezeichnen. Sie muss nicht unbedingt aus Holz sein. Würde man untersuchen, was genau die Bank im Schatten von Max ist, müsste man sich fragen, ist es Melchior, aber der existiert ja nicht mehr. Oder sind es wenigstens seine Teile? Aber welches Teil ist die Bank? Alle Teile, die Beine, die Sitzfläche oder die Rückenlehne? Alle Teile können nicht die Bank sein, sonst haben wir viele Bänke, das funktioniert so nicht.
Es gibt verschiedene Phänomene die wir Bank nennen. Sie sind in ihrer Funktion immer wieder ähnlich. So gibt es Datenbanken, Samenbanken, die Schlachtbank, die Werkbank und Finanzinstitute. In früherer Zeit haben Leute auf dem Markt ein langes Brett über zwei Böcke gelegt, das ergab eine Bank. Darauf konnten jetzt die Geldhäufchen und Münzstapel ausgebreitet werden. Wenn nun ein Besucher in der Stadt einkaufen wollte, konnte er ein Silberstück in Kupfermünzen eintauschen. Er bekam aber nur 9 statt 10 Stück. Die 10 Prozent waren der Gewinn des Finanzinstitutes. Die Banken wurden sehr populär und machten grosse Gewinne. Bald konnte man sein Geld auf die Bank bringen und der Banker konnte damit arbeiten. Das Geld vermehrte sich in der Regel und Sparer wie Bankier machten Gewinne. Später konnte jedermann sein Geld, seine Daten, seinen Samen und das Blut auf eine entsprechende Bank bringen.
Geld gibt es immer mehr nur noch virtuell. Bis in die 60er Jahre waren die Münzen in der Schweiz aus reinem Silber. Doch bald war der Silberwert höher als der Nennwert der Münze. Das führte dazu, dass Leute Kofferweise 50 Rappen Stücke wechselten, die sie dann mit viel Gewinn an Silberwerke und Schmelzereien verkauften. Danach prägte die Nationalbank die Münzen mit einer fast wertlosen Legierung. Sie funktionierten nun wie die Banknoten. Es waren eine Art Gutscheine für den Gegenwert von Gold. Heutzutage ist auch das Gold weggefallen. Das Geld ist seither einfach ein Teil des Finanzmarktes.
Was aber ist nun Geld, mit was bezahlen wir unsere Rechnungen? Wie erwerben wir Brot, Gemüse, Schokolade, Socken, Computer, Liegenschaften, Panzerkreuzer, Weltraumraketen und Staatspräsidenten? Mit Geld oder Gold, Silber, Münzen, Scheinen, Kreditkarten, Glasperlen, Sklaven, Arbeitsgutschriften, Kaurimuscheln, Sachwerten, Anlagepapieren oder Finanzderivaten? Bezahlen wir bar oder virtuell?
Sicher werden wir reicher und ärmer, wir bekommen Dinge die wir brauchen und solche die wir nicht benötigen, oder wir bekommen all diese Dinge nicht und niemals. Aber was ist Geld?
.......und jetzt sollte ma halt darüber nachdenken
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