Als der Buddha auf Erden weilte, lehrte er den Dharma in drei wichtigen Lehrkomplexen, man spricht vom dreimaligen Drehen des Dharma-Rades (Chökor). Die erste Drehung war die erste Belehrung vor den fünf Schülern in Sarnat. Hier sprach er vor allem über die vier edlen Wahrheiten. Er erklärte, dass das Leiden allgegenwärtig und alles durchdringend ist, das ist die Wahrheit des Leidens. Dann lehrte er, dass wir dem Leiden ausgesetzt sind, weil wir nicht verstehen, wie die Phänomene um uns existieren. Das ist die Ursache des Leidens, die Wahrheit der Ursachen. Er erklärte, dass es aber möglich ist das Leiden zu überwinden, indem man die Wirklichkeit der Phänomene erkennt. Das ist die Wahrheit des Beseitigens. Schlussendlich lehrte er den Pfad, der zur Beseitigung des Leidens führt, die Wahrheit des Pfades. Diese vier Wahrheiten sind die eigentliche Basis des Buddhismus.
Später sprach er auf dem Geiergipfelberg vor einer grossen Anzahl von Mönchen, Bodhisattvas und Laien von der höchsten Vollendung der Weisheit. Das ist die zweite Drehung des Rades. Er erklärte, dass alle Dinge, alle Wesen nicht von ihrer eigenen Seite her existierten, vielmehr dass sie leer sind von jeglicher eigenständiger, inhärenter Existenz.
Die Erläuterungen der dritten Drehung bezogen sich auf die Diskrepanz, dass die Schüler verstanden, dass die vier edlen Wahrheiten einen festen Bestand hätten, dass der Buddha aber später erklärte, dass alle Phänomene leer sind von eigenständiger Existenz. Der Buddha erläuterte diese Tatsache und erklärte die Natur des Geistes.
Die zweite Drehung, auf dem Geiergipfelberg, als der Buddha die Lehre von der Vollkommenheit der Weisheit, oder der Prajnaparamita predigte, gilt als der Höhepunkt der Lehren des grossen Fahrzeuges. Der Buddha erklärt hier die letztendliche Wirklichkeit, die so schwer zu erkennen ist, weil unser Geist, auf Grund der Auswirkungen unserer früheren Handlungen, verschleiert und vernebelt ist. Er lehrte, wie diese Weisheit kultiviert und vermehrt werden kann und einen Weg, der zur Erkenntnis führt. Weiter lehrte er, dass alle Phänomene nur in Abhängigkeit von einander bestehen, dass alle Wesen, abhängig von anderen Wesen existieren und dass es darum nicht möglich sei, die letztendliche Befreiung von allen Leiden zu erlangen, ohne die anderen Wesen einzubeziehen, das heisst sie ebenfalls zu befreien. Das ist die Idee des Bodhicitta, des Geistes der Erleuchtung, das grosse Ideal des Mahayana, des grossen Fahrzeuges.
Gut zu wissen
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